Schülerzeitung an Neuköllner Gymnasium zensiert
03.02.2008: Die Berliner Morgenpost berichtet heute über einen Zensurfall an der Albrecht-Dürer-Oberschule, der am Montag bekannt wurde. Auch die Linkspartei übte Kritik.
Die Redakteurinnen und Redakteure der Schülerzeitung dürer! mussten einen kritischen Artikel umformulieren und abschwächen, wie die Berliner Morgenpost am 30. Januar in ihrem Lokalteil berichtete. Der Fall war am 28. Januar bei der Preisverleihung des Berliner Schülerzeitungs-Wettbewerbs im Roten Rathaus bekannt geworden.
Die Albrecht-Dürer-Oberschule sei aber kein Einzelfall, wird das Vorstandsmitglied der Jungen Presse Berlin Leo Lölhöffel zitiert. Viele Schulleiterinnen und Schulleiter ließen sich Ausgaben vor dem Druck vorlegen.
Kritik auch von der Linkspartei
In einer Pressemitteilung vom 30. Januar griff die Berliner Partei Die Linke Schulleiterinnen und Schuleiter an: "Wer immer noch glaubt, dass in der Schule ein besonderes Gewaltverhältnis herrscht und Grundrechte dort nur eingeschränkt gelten", so Landesvorstandsmitglied Sebsatian Schlüsselburg, wandle auf dünnem juristischen Eis.
Zensur nicht erlaubt
Die Einflussnahme auf Schülermedien seitens der Schule ist seit 2004 im Berliner Schulgesetz (§ 48) untersagt: "Eine Zensur findet nicht statt."