Rettet die Berliner Zeitung

15.09.2008: PressesprecherInnen appellierten vergangenen Freitag an Josef Depenbrock, Chefredakteur und Geschäftsführer der Berliner Zeitung.

Wie zwei Tageszeitungen am Wochenende berichteten, wandten sich die Pressesprecherinnen und Pressesprecher mehrerer Unternehmen und Verbände in einem Brief an Josef Depenbrock. Die derzeitige Situation der Berliner Zeitung erfülle sie "mit großer Sorge". Der professionelle, unabhängige Journalismus der Berliner Zeitung sei in Gefahr. "Eine Zeitung kann nicht im gleichen Sinne Finanzinvestoren 'gehören' wie dies bei einem Autozulieferer oder einem Hersteller von Badezimmerarmaturen der Fall sein mag. Sie gehört auch der Öffentlichkeit, über die und für die sie berichtet. Ihre gesellschaftliche Funktion als "Watchdog" kann eine Zeitung jedoch nur erfüllen, wenn diese Funktionen gleichrangig neben - durchaus legitimen - Renditeerwartungen stehen."

Sie forderdeten Depenbrock auf, seine "Doppelfunktion als Chefredakteur und Geschäftsführer" aufzugeben, geplante Stellenkürzungen zurückzunehmen und ein Konzept vorzulegen, "wie die journalistische Qualität der Berliner Zeitung erhalten, weiterentwickelt und neuen technologischen Rahmenbedingungen angepasst werden kann".

Die Berliner Zeitung war 2005 an die BV Deutsche Zeitungsholding verkauft worden. Depenbrock, Geschäftsführer der BV Deutsche Zeitungsholding, wurde im Mai 2006 als Chefrakteur der Berliner Zeitung berufen, behielt seine Geschäftsführerposition jedoch unter starker Kritik der Redaktion bei.

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