Ein Schüler ist keine Nummer

20.02.2009: Ein Schüler, eine Nummer. Geht es nach dem Berliner Senat, wird bald jedem Schüler eine eindeutige Identifikationsziffer zugeordnet. Zahlreiche Jugendbündnisse sorgen sich um die Datensicherheit und protestieren gegen die so genannte zentrale "Schülerdatei".

Migrationshintergrund, sonderpädagogische Förderungen z.B. auf Grund von Rechenschwäche und auch der soziale Stand der Eltern - all das soll bald zentral in einer Berliner Schülerdatei gespeichert werden. Schülerinnen und Schüler protestieren, und formieren sich in einem Bündnis aus Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung - Ortsgruppe Berlin, Grüne Jugend Berlin, Junge Presse Berlin, Kampagne Safer Privacy der JungedemokratInnen/Junge Linke sowie Landesschülerausschuss und LandesSchüler_innenVertretung, formiert.

"Das letzte Jahr war geprägt von Skandalen über verschwundene, missbrauchte, geklaute oder verloren gegangene sensible Datensätze", kritisiert Joan Raymond, 20 Jahre alt, aus dem Vorstand der Jungen Presse Berlin. "Trotz der zahlreichen Beispiele für die Unsicherheit von Daten plant der Berliner Senat jetzt die Einführung einer zentralen Schülerdatei. Haben unsere Politiker nichts gelernt? Eine zentrale Speicherung stellt eine immense Gefahr des Missbrauches und eine weitere Einschränkung der Bürgerrechte von Schülerinnen und Schülern dar!"

Zwar beteuert der Senat, mit personenbezogenen Daten von Schülern sensibel umgehen zu wollen. Doch die Erfahrung zeigt: Wo auch immer wertvolle Daten zentral gespeichert werden, finden sie - teils mutwillig, teils versehentlich - ihren Weg an die Öffentlichkeit. "Ein zentrales Schülerregister, das Informationen über sozialen Hintergrund und Bildungspotentiale beinhaltet, ist nicht nur wertvoll für Lehrerinnen und Lehrer", so Joan Raymond. "Es handelt sich vor allem um eine willkommene Beute für Callcenter oder Werbe- und Marketingagenturen." Diese, da ist sich Raymond sicher, werden bereit sein, hohe Geldbeträge für solche Daten auszugeben. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Käufer und Verkäufer zusammenfinden."

Die Junge Presse Berlin e.V. ist die landesarbeitsgemeinschaft jugendeigener Medien im Raum Berlin.

Kontakt:

Junge Presse Berlin e.V.
Joan Raymond
KEINSPAM__joan(ä)jpb.de

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