Journalistische Unabhängigkeit erhalten

02.03.2009: Junge Medienmacher setzen sich für den Bestand ethischer Werte ein (Pressemitteilung der Jugendpresse Deutschland)

Berlin. "Es geschieht leider viel zu häufig, dass Unternehmensleitungen Einfluss auf die Berichterstattung nehmen -- sogar auf die, die im eigenen Haus produziert wird", erklärt Bundesvorstand Gerrit Bastian Mathiesen. Schuld daran seien u.a. die Abhängigkeit gegenüber Anzeigenkunden oder persönliche Verbindungen. "Dieser Zustand ist nicht länger hinnehmbar", urteilt Mathiesen und kritisiert im selben Atemzug die gesellschaftlichen Entscheidungsträger: "Noch viel unverständlicher ist es, wenn Politiker, die den Artikel 5 des Grundgesetzes eigentlich am besten kennen sollten, versuchen, Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen. Es ist dabei vollkommen nebensächlich ob sie es direkt oder indirekt tun, beispielsweise durch die Neubesetzung von Chefredaktionsposten durch ihre Aufsichtsfunktion bei öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Es ist unerträglich, dass der ZDF-Verwaltungsrat darüber nachdenkt, Nikolaus Brender nicht weiter zu beschäftigen."

Der Bundesverband junger Medienmacher wird sich in 2009 intensiv mit der Fragestellung nach ethischen Grundwerten für Journalisten beschäftigen. "Neue Medien wie Blogs, Podcasts und Twitter ermöglichen immer mehr Menschen, Meinungen und Informationen zu verbreiten und diese mit anderen zu diskutieren", sagt Bundesvorstand Christian Wermke und ergänzt: "Diese neue Macht ist aber auch an Verantwortung gebunden: Junge Journalisten müssen sich dieser bewusst sein und für den Begriff der Medienethik sensibilisiert werden."

Darum lautet auch das Motto des größten Nachwuchsjournalistenkongresses in Deutschland -- die Jugendmedientage -- "Ethik in den Medien -- Eine Frage der Ehre". 500 junge Redakteure im Alter von 16 bis 25 Jahren kommen vom 11. bis 14 Juni auf der Expo-Plaza in Hannover zusammen und erhalten die Möglichkeit mit Gästen aus Medien, Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur über den Erhalt der journalistischen Unabhängigkeit zu diskutieren. Doch werden nicht nur die bereits mehrfach strittig gestellten Fragen diskutiert, was ein Medienmacher darf, was er tun sollte und wo sich die Grenzen seiner Recherchen befinden. Es wird ebenso erörtert, inwieweit Dritte Einfluss auf die Tätigkeit eines Journalisten nehmen dürfen, wann dieses Eingreifen -- wenn überhaupt -- legitim ist und vor allem, wer darüber zu entscheiden hat.

Jugendpresse Deutschland e.V.

Bundesverband junger Medienmacher, Wöhlertstraße 18, 10115 Berlin

Gerrit Bastian Mathiesen (Bundesvorstand): +49 176 41010315
g.mathiesen(at)jugendpresse.de
Christian Wermke (Bundesvorstand): +49 160 1224897
c.wermke(at)jugendpresse.de

Die Jugendpresse Deutschland ist die Organisation von mehr als 15.000 jungen Medienmachern in Deutschland -- vom Schülerzeitungsmacher bis zum Volontär. Mehr als 250 Seminare, Workshops, Kongresse, Camps und viele weitere Projekte bietet die Jugendpresse in jedem Jahr für junge Medienmacher an.

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